mig-ration

i am from ostrichDass Menschen sich bewegen ist natürlich. Seitdem es sie gibt bewegen sie sich über die Erde. Ohne Migration würde es keine Vereinigten Staaten von Amerika geben, keines der Länder in Südamerika und sicherlich auch keinen Staat der sich Ostrich nennen kann.

Wieso wird etwas so alltägliches wie die Bewegung von Menschen zum Thema?
Weil es irgend etwas braucht um von den Themen abzulenken, die uns direkt vor Augen stehen und die unser Leben wirklich beeinträchtigen: Hier wird nicht gerecht geteilt ! ?

Aber bleiben wir bei der Migration. Menschen verlassen das Land in dem sie vorher waren. Dazu müssen wir nicht einmal unbedingt über das Mittelmeer. Zum Beispiel Ungarn: die Demokratie ist weitgehend abgebaut, wer nicht in Perspektivlosigkeit und Depression zurückbleiben möchte verlässt das Land. Wer durch Wien geht, wer in Basel am Bahnhof aussteigt – und anderswo – hört sie sprechen, die UngarINNen die ihr Land verlassen haben. Sie sind nicht auf Urlaub, sie arbeiten.

Sie kommen in Länder, die NICHTS in ihre Ausbildung investiert haben und die SOFORT an ihnen verdienen: über ihre Arbeit, ihre Steuern, ihr nachbarschaftliches und gesellschaftliches Engagement, über ihr Einkaufen, ihre Mieten, ihre Ideen, ihren Humor und ihre Energie.

Warum sind die Vereinigten Staaten von Amerika nach dem zweiten Weltkrieg technisch, kulturell (Filme, Pop-Musik, Fernsehen), intellektuell (neue Therapieformen, wissenschaftliche Forschung), menschlich (UNO-Sitz) so erfolgreich? Weil alle frei denkenden KünstlerINNEN, Intellektuelle, kreative VordenkerINNEN, … das Europa unter der Vorherrschaft der Faschisten verlassen haben und dorthin migriert sind. Wer gescheit genug war (und ein Glück hatte) ging in die USA. Selbst die Folter- und Waffen-Spitzentechniker sind nach dem zweiten Weltkrieg in die USA migriert.

Wer ist in Europa übrig geblieben nach Krieg, Faschismus und Flucht? Wer ein wenig anders war und nicht weglaufen konnte wurde im Reich umgebracht (Kommunisten, Sozialisten, Sozialdemokraten, Sinti, Roma, Gehörlose, EpileptikerINNEN, Zeugen Jehovas, Christen, Juden, …). Um im Reich zu überleben war es wichtig angepasst, opportunistisch, gedankenlos, mitlaufend zu sein; und voller Hass auf andere Menschen.
WENN es so etwas gäbe wie eine kulturelle Tradition, wenn sich Menschen nicht ständig verändern könnten und dauernd die Richtung wechseln, DANN wäre ein friedliches Leben in Europa nach zwei Weltkriegen unmöglich, ja undenkbar. Wer sollte auf so eine fremde Idee kommen?
Das einzige was Europa helfen könnte wäre eine massive Einwanderung von Menschen, die nicht Nachkommen von Faschisten sind. Wenn jetzt viele sagen: „ABER MEINE Eltern und Grosseltern waren ja eigentlich im Widerstand und haben trotzdem irgendwie überlebt.“ Dann demonstriert das perfekt wie gut das Lügen im Faschismus eingeübt wurde. Lügen als alles entscheidende Überlebensstrategie im Reich.

Wer möchte in einem Land leben um das ein Zaun gebaut wird? Wer möchte mit LügnerINNEn und übrig gebliebenen, gewaltbereiten FaschistINNen in einem Gehege eingesperrt sein? Niemand. Verlassen deshalb so viele Menschen Ungarn? Sind deshalb so viele Menschen aus südamerikanischen Ländern in die USA unterwegs? Werden Menschen nicht in demokratische Länder gesaugt, sondern gedrückt?

Aber EHRLICH geschrieben: es gibt keine kulturelle Tradition, es gibt keine Nationen (ausser in unserer ungesunden Fantasie) und Menschen gehen nicht nur ununterbrochen auf der Erde herum, sondern sie ändern auch ununterbrochen ihre Meinung, Werte und ihr Selbstverständnis.

Wer von uns hat sich den Ort seiner/ihrer Geburt ausgesucht?
Wer von uns hat entschieden welche Sprache sie/er zuerst lernt?
Wer von uns hat gewählt ob er/sie in eine arme oder reiche Familie geboren wird?
Wer von uns hat entschieden ob sie/er Frau oder Mann sein wird – zumindest bei der Geburt?
Wer hat sich die Hautfarbe zur Geburt ausgewählt?
Wer hat sich ausgesucht wie er/sie heisst?
Natürlich niemand.
Denn wir waren ja alle nur Kinder.

Um gesund zu bleiben oder zu werden, brauchen wir eine gute Mischung. Eine gute Mischung von Nahrung, die wir zu uns nehmen. Eine gute Mischung von Eindrücken und Meinungen, von unterschiedlichen Bewegungen, von Licht und Schatten, von Farben und Tönen.
Was geschieht wenn eine Menschengruppe über lange Zeit exklusiv untereinander heiratet hat der europäische Adel brilliant vorgeführt. Es ist auf jeden Fall ungesund.
Und da muss ich in diesem Text die Richtung ändern und mir selbst widersprechen: Migration ist ein wichtiges Thema und wird es immer sein. Es ist wichtig, dass wir für die gute Mischung und für die offene, lebendige, gesunde Bewegung sorgen.

doppelköpfiger ostrich

Doppelköpfiger Ostrich

Herein mit den Fremden. Wer keineN FremdeN in seiner Nachbarschaft, seiner Familie, seinem Haus, seinem Arbeitsplatz, … hat – kann nicht mitreden und sollte aufmerksam schweigen bis die gute Mischung auch sie/ihn erreicht hat.

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