Majestätsbeleidigung

Posted in Miettext with tags , on 22. Mai 2019 by Nikkolo Feuermacher

Es sind nicht Löwen beim Paarungsakt, Ameisen beim Transport von Nahrungsmitteln, oder Eingeborene beim Regentanz, die aktuell im Film zu beobachten sind, sondern Politiker beim Politik machen.
Jemand hat auf ihr Habitat eine Kamera mit Mikrofon gerichtet und sie sind tatsächlich gekommen und haben sich gezeigt. So wie sie sind, so wie man sie gerne einmal sehen möchte: ohne Verkleidung, ohne einstudierte Texte.
Die beiden Politiker im Film erklären deutlich und mit verständlichen Worten wie sie Politik machen und erfolgreich sein möchten. Und da der Film schon etwas älter ist erklärt er – im Nachhinein – wie die beiden erfolgreich geworden sind. Denn sie hatten einen riesigen Erfolg. Es wurden tatsächlich Spendengelder eingesammelt, es wurde tatsächlich ein Wahlkampf geführt, tatsächlich hat eine parteinahe Person die Mehrheit an einer österreichischen Zeitung gekauft und dort Personal gewechselt, tatsächlich sind beide in Entscheidungspositionen gewählt worden.
Nichts ist gelogen – endlich einmal – denn die Akteure wussten ja gar nicht, dass ihnen ein Publikum zuschaut. Wahrscheinlich waren sie so offen und eindeutig wie selten – vor Kamera.
Wenn nach der Ausstrahlung ihres Filmes Löwen, Ameisen oder Eingeborene sich auf das Recht auf ihr Privatleben berufen und sich ärgern würden, wäre das verständlich.
Warum einige Politiker und aufgeschreckte Personen in der Dokumentation und Ausstrahlung von praktizierter Politik „ein Attentat“, „eine strafbare Handlung“ oder schlimmeres sehen, ist dagegen schwer verständlich. Politik zu gestalten ist kein privater Geschlechtsakt, sondern etwas, das viele Menschen direkt betrifft und angeht. Menschen, die in einem demokratischen Land leben haben ein Recht darauf zu erfahren wie und warum Politiker (die an der Macht sind und auf die Interessen ihrer Landesbevölkerung eingeschworen sind) welche Entscheidungen treffen – oder nicht treffen.
Wieso wird die Bevölkerung ununterbrochen mit Videokameras im öffentlichen Raum beobachtet, warum werden ihre E-Mails und Telefonate systematisch gespeichert, wenn diejenigen, die das politisch durchsetzen selbst nie gefilmt und beobachtet werden dürften?
Wenn der aktuelle Dokumentarfilm nicht gedreht worden wäre, wüssten wir weniger – und das wäre undemokratisch. Investigativer Journalismus ist wichtiger Teil der Demokratie: Menschen hinter die Kulissen blicken zu lassen, zu zeigen was dahinter steckt. Und gut gemacht ist dieser Dokumentarfilm – er hat kaum Längen.
Das einzige Verbrechen, das den Filmern vorgeworfen werden könnte wäre „Majestätsbeleidigung„. Aber so ein Delikt gibt es in einer Demokratie nicht. Diejenigen, die von der Politik ihrer Partei und ihren Hintergründen ablenken möchten brauchen ein Verbrechen, das grösser ist als das Verbrechen bei dem die Politiker gefilmt wurden.
Leider zu spät (- oder zu früh -) : Wir leben in einer Demokratie und die Macht geht von den Bürgern aus. Eine Majestät, die beleidigt werden könnte, gibt es nicht.

Bonnieren

Posted in Miettext with tags , , , on 16. November 2018 by Nikkolo Feuermacher
bonnierender junger Mensch

Tut mir wirklich leid aber ich kanns nicht bonnieren.

„Oops, das kann ich nicht bonnieren. Sorry!“
ist genau der Satz, der auf den Punkt bringt wo bei uns die Grenze läuft.

Einen Platz in der Stadt besetzen, nachts aufbleiben, im Freien übernachten und viel reden – lässt sich gerade noch bonnieren – so lange alle brav nach Hause gehen wenn der Bürgermeister sagt: „Ab ins Bett Kinder.  – Ihr wisst ja: unsere Polizei kann auch anders – habt ihr doch im Fernsehn schon gesehen wie das aussieht.

Neue Ideen haben, Sachen anders machen – lässt sich bonnieren – so lange Du Dir dafür einen Schreibtisch in einem Grossraumbüro mietest und Dir von der Bank erst mal Geld leihst.

Freche Reden schwingen, Fragen stellen, Worte sagen die nicht so gern gehört werden, Kritisieren – lässt sich bonnieren – so lange Du Dir das bezahlen lässt und dann wenn’s kein Geld mehr gibt beleidigt schweigst.

Der Spass hört dann auf, wenn sich das nicht mehr bonnieren lässt. Wenn in der Software die Variante nicht programmiert ist, die Du gerade machen möchtest.
Wer gut geübt ist im Computerspielen weiss: wenn sich das nicht bonnieren lässt muss ich wo anders den Weg suchen, den die Programmierer für mich vorgesehen haben. Sonst komme ich nicht auf das nächste Level oder verliere meine Credits. Das wichtigste: was ich mache, was ich will, was mich freut – wird bonniert.
Was für einen Sinn soll das alles sonst haben?

Und wer hat dieses Programm eigentlich geschrieben? – Moment das lässt sich nicht bonnieren. Sorry – ich mach Schluss mit dem Text.

mig-ration

Posted in Miettext with tags on 7. November 2018 by Nikkolo Feuermacher

i am from ostrichDass Menschen sich bewegen ist natürlich. Seitdem es sie gibt bewegen sie sich über die Erde. Ohne Migration würde es keine Vereinigten Staaten von Amerika geben, keines der Länder in Südamerika und sicherlich auch keinen Staat der sich Ostrich nennen kann.

Wieso wird etwas so alltägliches wie die Bewegung von Menschen zum Thema?
Weil es irgend etwas braucht um von den Themen abzulenken, die uns direkt vor Augen stehen und die unser Leben wirklich beeinträchtigen: Hier wird nicht gerecht geteilt ! ?

Aber bleiben wir bei der Migration. Menschen verlassen das Land in dem sie vorher waren. Dazu müssen wir nicht einmal unbedingt über das Mittelmeer. Zum Beispiel Ungarn: die Demokratie ist weitgehend abgebaut, wer nicht in Perspektivlosigkeit und Depression zurückbleiben möchte verlässt das Land. Wer durch Wien geht, wer in Basel am Bahnhof aussteigt – und anderswo – hört sie sprechen, die UngarINNen die ihr Land verlassen haben. Sie sind nicht auf Urlaub, sie arbeiten.

Sie kommen in Länder, die NICHTS in ihre Ausbildung investiert haben und die SOFORT an ihnen verdienen: über ihre Arbeit, ihre Steuern, ihr nachbarschaftliches und gesellschaftliches Engagement, über ihr Einkaufen, ihre Mieten, ihre Ideen, ihren Humor und ihre Energie.

Warum sind die Vereinigten Staaten von Amerika nach dem zweiten Weltkrieg technisch, kulturell (Filme, Pop-Musik, Fernsehen), intellektuell (neue Therapieformen, wissenschaftliche Forschung), menschlich (UNO-Sitz) so erfolgreich? Weil alle frei denkenden KünstlerINNEN, Intellektuelle, kreative VordenkerINNEN, … das Europa unter der Vorherrschaft der Faschisten verlassen haben und dorthin migriert sind. Wer gescheit genug war (und ein Glück hatte) ging in die USA. Selbst die Folter- und Waffen-Spitzentechniker sind nach dem zweiten Weltkrieg in die USA migriert.

Wer ist in Europa übrig geblieben nach Krieg, Faschismus und Flucht? Wer ein wenig anders war und nicht weglaufen konnte wurde im Reich umgebracht (Kommunisten, Sozialisten, Sozialdemokraten, Sinti, Roma, Gehörlose, EpileptikerINNEN, Zeugen Jehovas, Christen, Juden, …). Um im Reich zu überleben war es wichtig angepasst, opportunistisch, gedankenlos, mitlaufend zu sein; und voller Hass auf andere Menschen.
WENN es so etwas gäbe wie eine kulturelle Tradition, wenn sich Menschen nicht ständig verändern könnten und dauernd die Richtung wechseln, DANN wäre ein friedliches Leben in Europa nach zwei Weltkriegen unmöglich, ja undenkbar. Wer sollte auf so eine fremde Idee kommen?
Das einzige was Europa helfen könnte wäre eine massive Einwanderung von Menschen, die nicht Nachkommen von Faschisten sind. Wenn jetzt viele sagen: „ABER MEINE Eltern und Grosseltern waren ja eigentlich im Widerstand und haben trotzdem irgendwie überlebt.“ Dann demonstriert das perfekt wie gut das Lügen im Faschismus eingeübt wurde. Lügen als alles entscheidende Überlebensstrategie im Reich.

Wer möchte in einem Land leben um das ein Zaun gebaut wird? Wer möchte mit LügnerINNEn und übrig gebliebenen, gewaltbereiten FaschistINNen in einem Gehege eingesperrt sein? Niemand. Verlassen deshalb so viele Menschen Ungarn? Sind deshalb so viele Menschen aus südamerikanischen Ländern in die USA unterwegs? Werden Menschen nicht in demokratische Länder gesaugt, sondern gedrückt?

Aber EHRLICH geschrieben: es gibt keine kulturelle Tradition, es gibt keine Nationen (ausser in unserer ungesunden Fantasie) und Menschen gehen nicht nur ununterbrochen auf der Erde herum, sondern sie ändern auch ununterbrochen ihre Meinung, Werte und ihr Selbstverständnis.

Wer von uns hat sich den Ort seiner/ihrer Geburt ausgesucht?
Wer von uns hat entschieden welche Sprache sie/er zuerst lernt?
Wer von uns hat gewählt ob er/sie in eine arme oder reiche Familie geboren wird?
Wer von uns hat entschieden ob sie/er Frau oder Mann sein wird – zumindest bei der Geburt?
Wer hat sich die Hautfarbe zur Geburt ausgewählt?
Wer hat sich ausgesucht wie er/sie heisst?
Natürlich niemand.
Denn wir waren ja alle nur Kinder.

Um gesund zu bleiben oder zu werden, brauchen wir eine gute Mischung. Eine gute Mischung von Nahrung, die wir zu uns nehmen. Eine gute Mischung von Eindrücken und Meinungen, von unterschiedlichen Bewegungen, von Licht und Schatten, von Farben und Tönen.
Was geschieht wenn eine Menschengruppe über lange Zeit exklusiv untereinander heiratet hat der europäische Adel brilliant vorgeführt. Es ist auf jeden Fall ungesund.
Und da muss ich in diesem Text die Richtung ändern und mir selbst widersprechen: Migration ist ein wichtiges Thema und wird es immer sein. Es ist wichtig, dass wir für die gute Mischung und für die offene, lebendige, gesunde Bewegung sorgen.

doppelköpfiger ostrich

Doppelköpfiger Ostrich

Herein mit den Fremden. Wer keineN FremdeN in seiner Nachbarschaft, seiner Familie, seinem Haus, seinem Arbeitsplatz, … hat – kann nicht mitreden und sollte aufmerksam schweigen bis die gute Mischung auch sie/ihn erreicht hat.

Reiter gegen Rechts

Posted in Miettext on 21. Oktober 2018 by Nikkolo Feuermacher
Die Donnerstagsdemos in Wien sollen wieder zurück sein.

Reiter gegen Rechts

Die FreundINNen der Pferde lassen sich den Missbrauch der Vierbeiner für politische Propaganda nicht länger gefallen. Wer sich den „Reitern gegen Rechts“ auf der nächsten Demo in Wien anschliessen möchte: sie reiten immer donnerstags hinter dem Block der „Omas gegen Rechts

Wer zahlt die Security?

Posted in Miettext with tags , on 9. September 2018 by Nikkolo Feuermacher

Alle Bildrechte bei Nikkolo Feuermacher 2018Überschätze, überforderte, undemokratische Männer als Obmänner in Vereinen und Interessensvertretungen in Österreich – wer kennt sie nicht ?
Am 8.9.18 in Wien war ein besonders grosser von ihnen am Werk: Um die ausserordentliche Mitgliederversammlung „seines“ Vereins zu verhindern, heuerte er (auf Kosten der Vereinsmitglieder) eine kleine Miliz (Security-Service) an, die die Mitglieder am Betreten des Versammlungslokals hinderte. Erst die Polizei konnte den Mann und seine bewaffneten Begleiter für kurze Zeit auf die Seite nehmen. Während der Versammlung erpresste er über die Androhung der Vernichtung des gesamten Vereins (Herbeiführung der sofortigen Insolvenz) seinen Verbleib als Obmann.

Was können wir aus dem Ereignis lernen?

1. Mitgliederadressen müssen an verschiedenen Stellen des Vereins zugänglich sein, damit Machthaber die Kommunikation zu den Mitgliedern (und unter den Mitgliedern) nicht völlig blockieren können. (Das steht im Widerspruch zu dem was häufig als Datenschutz verstanden wird.)

2. Vereinsfunktionen und Funktionen in angeschlossenen Betrieben sind unbedingt getrennt zu halten. Sie zu häufen ist extrem ungesund für ALLE Betroffenen. Weil jemand Vereinsvorstand ist DISqualifiziert ihn das als Geschäftsführer, Stiftungsrat, u.ä.. MEHR Menschen müssen Verantwortung und damit Macht übernehmen.

3. Rechtsanwälte in Österreich entwickeln (nach meiner Wahrnehmung) in der Regel juristische Untergangsszenarien, die „alternativlos“ den Mächtigen zum Vorteil gereichen. D.h. wenn die Ebene gerichtlicher Drohungen und Gegendrohungen erreicht ist, sind die meisten Karten bereits verspielt.

4. Viele Menschen können durch ihre gemeinsame körperliche Präsenz an einem Ort etwas bewirken.

Schützen und Menschen

Posted in Miettext with tags on 2. Juli 2018 by Nikkolo Feuermacher

Ein Europa das schützt“ textete dem politischen Gipfeltreffen die NLP geschulte Werbeagentur.
Ist Schützen eigentlich das, was ein Schütze macht?
Scheinbar, denn die EU-Ratspräsidentschaft von Österreich macht schon zu ihrem Beginn den Menschen in Belgien, Bayern und Budapest Mut, die gerne mehr Schützen an den Grenzen hätten. Bewaffnete Schützen, natürlich mit Schutzwesten.
Faschismus ist die Antwort auf Fragen, die man sich nicht stellen will.“ hat eine andere Werbeagentur getextet.
Die Frage, die sich in Europa heute offensichtlich niemand stellen will ist folgende: „Sind die Menschenrechte universell?“ Universell bedeutet in diesem Fall: jede Person hat sie immer und überall.
Wenn die Menschenrechte universell sind. kann ich nicht Flüchtlingen temporär ihre Menschenrechte wegnehmen bis ich sie durch ein Sieb geschüttelt habe (wie eng oder weit auch immer die Maschen dieses Siebes wären).
In deren ihrem Land gibt es ja auch keine Menschenrechte, warum sollen die dann bei uns Menschrechte haben?“ ist NICHT die Frage, die nicht gestellt wird, sondern kompletter Unsinn, der die Beschränktheit seiner Werbeagentur verdeutlicht.
Das letzte mal, als jemand Wien (die Stadt in Österreich ist gemeint) von einer sozialen in eine zentralistisch und undemokratisch geführte Gemeinschaft geführt hat, wurde diese Person nicht von den Linken, den Gewerkschaften oder den Gutmenschen gestürzt, sondern von einem Faschisten erschossen.
Wer anfängt Menschenrechte zu relativieren und darüber diskutiert wer mehr und wer weniger Lebensberechtigung hat, wird immer von rechts überholt werden (auch wenn das eigentlich nicht erlaubt ist).
Wer von rechts überholt ist nämlich überzeugt davon, dass es Menschen mit mehr und welche mit weniger Lebensberechtigung gibt, und dass der, der überholen kann die MEISTEN Rechte hat. Es ist höchste Zeit die Frage nach der Universalität der Menschenrechte mit JA zu beantworten und sich dann mit den wunderbaren Fragen zu beschäftigen, die die sich daraus ergeben. Das wäre auf jeden Fall eine Entwicklung bei der weniger Schützen weniger Menschen erschiessen – in Europa.

Airbags einsparen

Posted in Miettext with tags on 29. Juni 2018 by Nikkolo Feuermacher
Regierung schafft Airbags ab

noch mit Airbag

Da ist noch Luft drin, das können wir noch Flexibilisieren.“ so der offizielle Regierungs-Sprecher.

Wir sehen da ein Potential und unbedingt Möglichkeiten für unsere Wirtschaft, die sicherlich allen zu gute kommen: mehr Platz auf den Autobahnen, Profite und Arbeitsplätze im medizinischen Bereich – um nur drei zu nennen.“ das Statement des Fairness-Ministeriums.

Als elegante Fortführung der aktuellen Neuerungen: 12 Stunden-Tag, 60 Stunden-Woche, Moscheenverbot, Klassentrennung, Journalistenmaulkorb, Einsparungen im sozialen Bereich, Schlechterstellung von Inländern, Aberkennung universeller Menschenrechte, Einführung von Wirtschaftsgerichten, Pöbeleien im Nationalrat … erfolgt das Airbag-Verbot auf Autobahnen nur konsequent.

„Hauptsache es geht den Menschen schlechter.“
„Das wird auch in Bayern diskutiert.“
sind die spontanen Kommentare aus den Clubs.

Für eine detaillierte Erläuterung der Massnahme warten wir noch auf einen Rückruf aus dem Kanzleramt.

Regierung nutz Entwicklungspotentiale auf den Autobahnen

Entwicklungspotential nutzen