Archive for the Uncategorized Category

Pfalzkönig

Posted in Uncategorized on 8. Mai 2014 by Nikkolo Feuermacher

Ich bin kein Pfälzer, verstehe aber die Sprache. Habe ich doch 2006 an einem Kulturaustausch teilgenommen. Zwischen der Pfalz und Kanto im Rahmen des Jahres Europa trifft Japan. Ich war Teil der Delegation aus Kanto und habe, wenn auch nicht mich, so doch mindestens meinen passiven Wortschatz bereichert.
Wenn ich 2014 Michael Bauers und Xaver Mayers Buch vom Pfalzkönig in die Hand nehme, denke ich nicht nur an den Kaiser von Japan. Die mich an Zen erinnernden Texte und die nach Wabi-Sabi schmeckenden Bilder geben mir das Gefühl: wir hätten nicht nur etwas nach Kanto mitgenommen, sondern auch in der Pfalz etwas dagelassen. Das hat nichts mit Völkerverständigung zu tun, sondern mit der Neugier von Menschen andere Geschmäcker zu probieren.
So, wie manche Leute besonders gut einer Fernsehshow folgen können, wenn mit hollÄNdische Akzent moderiert wird, oder andere glauben, lovesongs klängen nur auf Englisch gut, so glaube ich, dass sich das Pälzische von Herrn Bauer ideal dafür eignet: die wirklich wichtigen Momente des Lebens zu reflektieren.
Der hannoveraner Zungenschlag, der es über Rundfunk, Fernsehen und Lehrpläne geschafft hat, zum Hochdeutschen aufzusteigen, hat durch die gewonnene Höhe natürlich an Bodenhaftung verloren. Da ist das Pälzische näher dran – am Boden.
Wenn ich meiner Frau, die des Pälzischen nicht mächtig ist, abends einen kurzen Text aus dem Pfalzkönig vorlese und anschliessend zu übersetzen versuche, lacht sie manchmal Tränen.
Das heisst doch: die in dem Büchlein versteckten Lebenseindrücke weisen weit über die Pfalz hinaus. Lassen wir den Pfalzkönig nicht in der Pfalz, verbreiten wir ihn etwas über unseren Planeten. Das ist ein Geschmack, der auch Menschen ausserhalb der Pfalz gut mundet, ohrt und augt.

Rente: Ja – Nein – oder Vielleicht

Posted in Uncategorized on 27. September 2012 by Nikkolo Feuermacher

„Entweder länger arbeiten oder weniger Rente“
so oder ähnlich lauten Nachrichten-Überschriften im Herbst 2012.
Warum?

Seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts ist klar: Der Fortschritt bei der Produktivität von Maschinen und Produktionsanlagen mündet in die (für arbeitende Menschen entscheidende) Frage: Was passiert mit der menschlichen Arbeitszeit die eingespart wird und nicht weiter benötigt?
In den 80er Jahren wurden zwei Möglichkeiten dafür genannt:
1. Arbeitszeitreduzierung für alle
2. Freisetzung einzelner Personen von der Arbeit. Die Freigesetzten existieren neben den Arbeitenden ohne selbst arbeiten zu können.

Die Frage nach Arbeitsteilung hat sich in den letzten 30 Jahren nicht verändert. Um Zinsen und Renditen zu maximieren ging die Entwicklung nicht in Richtung einer Reduzierung der allgemeinen Arbeitszeit.
Die herbei geschriebene aktuelle Diskussion über Arbeitszeit und Rente ist nur eine Facette davon.
Sind die seit 30 Jahren offen gelegten Fakten noch nicht in die Gehirne von PolitikerINNEn beziehungsweise ihrer BeraterINNEN vorgedrungen?
Fragen wie: „Kann jedeR länger arbeiten wenn er/sie möchte?“ ebenso wie die Frage „Kann jedeR produktiv arbeiten wenn er/sie das möchte?“ werden 2012 noch nicht einmal mehr grundsätzlich gestellt.

Wieso also das Thema im Herbst 2012?
Vielleicht liegt es daran, dass in Ländern wie Griechenland gerade soziale Errungenschaften wie Rente, Mindestlohn, Bibliotheken für öffentliche Universitäten usw. gestrichen oder gekürzt werden und die Bevölkerung weiterhin die gleichen Parteien wählt? Das ist ein deutliches politisches Signal.
Vielleicht ist der Kern der Zeitungsmeldungen die Aussage: „Wir werden alle dafür sorgen, dass es der Mehrheit der Bevölkerung noch schlechter geht, bereiteten Sie sich schon einmal darauf vor. Angeboten wird die Wahl zwischen mehr Arbeit für das gleiche Geld oder weniger Geld für die gleiche Arbeit, also: Auf jeden Fall weniger Geld.“

Wer hat eigentlich im Moment das Geld, das sich in den letzten 30 Jahren nicht reduziert hat? Die Produktivität, ebenso wie der Geldumlauf haben im Gegensatz zur Arbeitszeit zugenommen. Wieso wird das Mehr an Geld eigentlich nicht verteilt? Beziehungsweise: Warum bekommen die Rentner weniger von dem Geld, dass im Umlauf ist?

Wollen die Zeitungen Ihren LeserINNEn einfach mitteilen: So oder So bekommt Ihr nichts ab! – ?

Nichts neues, aber ein Erkenntnisgewinn

Posted in Miettext, Uncategorized on 15. März 2011 by Nikkolo Feuermacher

Es war bekannt, dass in Japan regelmäßig Erdbeben stattfinden. Nichts dürfte überraschen, dass das jüngste Erdbeben außergewöhnlich stark war, denn auf ein solches Beben wird seit 50 Jahren gewartet. Keine Meldung wert sein dürfte die Information, dass Atomkraftwerk – planer, -hersteller, – betreiber und – genehmiger sich das alles anders vorgestellt hatten. Natürlich! Ursache und Wirkung.
Was Atomkraftfreunde zum Lächeln bringen dürfte ist der endlich vorhandene Erkenntnisgewinn: das statistisch belastbare Material, mit dem ab sofort gearbeitet werden kann. Was in den Laboren und Denkzentren nicht ermittelbar war, liefern die „Versuchsreihen im öffentlichen Raum“. Statistisch wissen wir jetzt, dass – laut Statistik – alle 25 Jahre ein Unfall stattfindet, der schlimmer ist als vorher vorstellbar und dass dafür keinerlei Vorkehrungen getroffen wurden.
Das heißt doch für unsere Wissenschaftler: jetzt ist die sicherste Zeit um AKWs zu betreiben. Denn die Wahrscheinlichkeit ist außergewöhnlich hoch, dass in den nächsten 20 Jahren nichts passiert. Dies liest man Heute noch nicht in den Medien, aber wir wissen: es kann sich nur um Wochen handeln, bis jemand gut bezahltes das schlagende Argument aufgreift und hinaustrompetet.
Und noch ein Erkenntnisgewinn: „Atomkraftgegener überwintern im Dunkeln und mit kaltem Hintern“ hieß es auf den frechen Aufklebern, die die Firma Siemens in Deutschland ihren Mitarbeitern nahe legte auf die Autos zu kleben. Heute wissen wir: die Atomkraftgegner überwintern nicht. Sie sitzen genau wie die Atomkraftliebhaber und all die Menschen die gar kein Verhältnis zu Atomkraft haben, in einer Welt die zunehmend strahlender wird. Für alle Lebewesen weltweit erhöht sich die radioaktive Belastung und von DER haben nun wirklich ALLE etwas – ungefragt und unbestellt. Wir sitzen auf einem gemeinsamen Globus. Letzteres ist allerdings auch nichts neues.
Erkenntnisgewinn macht Mut. Hat einen Geruch von echtem Fortschritt. Auf den wird besonders gewartet in diesem Energiefeld, wo Erkenntnisse sonst so selten sind. Weil nur gebetsmühlenartig Floskeln wiederholt werden. Fortschritt im Denken ermutigt zur Hoffnung, dass im Atomkraftbetrieb auch einmal der Müll als Thema aufscheint. Die „Thinktanks“ beten seit 50 Jahren, dass ihnen dazu dann schon irgendwann irgendwas einfallen wird – und eben das könnte ja mal passieren.
Bis dahin stimmen sowohl der gesunde Menschenverstand als auch die Wissenschaft überein: Eine Maschine, die etwas unerwünschtes und lebensbedrohliches erzeugt gehört sofort abgeschaltet.