kurz gedacht am 14. mai (muttertag) 2017

vergangene woche haben in österreich zwei ähnliche ereignisse den weg in die fernsehnachrichten gefunden: ein mann nimmt einen taxifahrer als geisel und blockiert sechs stunden lang mit schusswaffe und sprengstoffdrohung die raiffeisenbank und den benachbarten kindergarten von erpfendorf. der andere mann nimmt eine volkspartei als geisel und blockiert jede inhaltliche politische entwicklung – vielleicht für jahre – mit einer ermächtigungsforderung.
beide männer lieben das gefühl von macht. beide sind im umgang mit anderen menschen nicht zimperlich. beide wählen statt der wertschätzung ihrer mitmenschen den moment völliger hybris: ICH diktiere die bedingungen, ICH sage was geht, ICH bin wichtig.
beide ereignisse sind lackmustests unserer gemeinschaft von menschen. offensichtlich wird hier nicht das ziel der friedvollen gemeinsamkeit gesucht, sondern das eines grossen ICH – im setzkasten neben anderen. beide männer bekommen eine grosse bühne und werden ernst genommen. warum eigentlich? aus langeweile? aus angst? weil sich niemand mit den nachhaltigen aktuellen problemen beschäftigen möchte?
wem nutzt diese situation? den zuschauerINNEn, die wieder einmal bestätigt bekommen: wer am lautesten ICH ICH ICH schreit, auf den schauen alle? wer stielt den schaulustigen dabei gerade das portemonaie aus der tasche? welche nachhaltigen entscheidungen standen vergangene woche an? wie sind die ausgegangen?
UND: in welcher erzählungs-schleife hängen hier die werbetexter? hauptsache hart, hauptsache einer der irgendwelche entscheidungen herbeizwingt, hauptsache ein ende der freundlichkeiten? mit führern und kaisern sind doch schon weit mehr schlechte erfahrungen gesammelt worden als beispielsweise mit ngo’s?
menschen, die andere menschen verachten und gleichzeitig nach grösstmöglicher macht streben sind ein klassiker – der menscheitsgeschichte. was echt verwundern darf: dass nach so viel dokumentierter menschheitsgeschichte die anziehungskraft von „ich habe keine ahnung, aber ich will gern alles entscheiden“ – persönlichkeiten gross ist. sie werden zu klassensprechern, parteivorsitzenden, kanzlern und präsidenten oder auch nicht.

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