Rente: Ja – Nein – oder Vielleicht

„Entweder länger arbeiten oder weniger Rente“
so oder ähnlich lauten Nachrichten-Überschriften im Herbst 2012.
Warum?

Seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts ist klar: Der Fortschritt bei der Produktivität von Maschinen und Produktionsanlagen mündet in die (für arbeitende Menschen entscheidende) Frage: Was passiert mit der menschlichen Arbeitszeit die eingespart wird und nicht weiter benötigt?
In den 80er Jahren wurden zwei Möglichkeiten dafür genannt:
1. Arbeitszeitreduzierung für alle
2. Freisetzung einzelner Personen von der Arbeit. Die Freigesetzten existieren neben den Arbeitenden ohne selbst arbeiten zu können.

Die Frage nach Arbeitsteilung hat sich in den letzten 30 Jahren nicht verändert. Um Zinsen und Renditen zu maximieren ging die Entwicklung nicht in Richtung einer Reduzierung der allgemeinen Arbeitszeit.
Die herbei geschriebene aktuelle Diskussion über Arbeitszeit und Rente ist nur eine Facette davon.
Sind die seit 30 Jahren offen gelegten Fakten noch nicht in die Gehirne von PolitikerINNEn beziehungsweise ihrer BeraterINNEN vorgedrungen?
Fragen wie: „Kann jedeR länger arbeiten wenn er/sie möchte?“ ebenso wie die Frage „Kann jedeR produktiv arbeiten wenn er/sie das möchte?“ werden 2012 noch nicht einmal mehr grundsätzlich gestellt.

Wieso also das Thema im Herbst 2012?
Vielleicht liegt es daran, dass in Ländern wie Griechenland gerade soziale Errungenschaften wie Rente, Mindestlohn, Bibliotheken für öffentliche Universitäten usw. gestrichen oder gekürzt werden und die Bevölkerung weiterhin die gleichen Parteien wählt? Das ist ein deutliches politisches Signal.
Vielleicht ist der Kern der Zeitungsmeldungen die Aussage: „Wir werden alle dafür sorgen, dass es der Mehrheit der Bevölkerung noch schlechter geht, bereiteten Sie sich schon einmal darauf vor. Angeboten wird die Wahl zwischen mehr Arbeit für das gleiche Geld oder weniger Geld für die gleiche Arbeit, also: Auf jeden Fall weniger Geld.“

Wer hat eigentlich im Moment das Geld, das sich in den letzten 30 Jahren nicht reduziert hat? Die Produktivität, ebenso wie der Geldumlauf haben im Gegensatz zur Arbeitszeit zugenommen. Wieso wird das Mehr an Geld eigentlich nicht verteilt? Beziehungsweise: Warum bekommen die Rentner weniger von dem Geld, dass im Umlauf ist?

Wollen die Zeitungen Ihren LeserINNEn einfach mitteilen: So oder So bekommt Ihr nichts ab! – ?

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