Nichts neues, aber ein Erkenntnisgewinn

Es war bekannt, dass in Japan regelmäßig Erdbeben stattfinden. Nichts dürfte überraschen, dass das jüngste Erdbeben außergewöhnlich stark war, denn auf ein solches Beben wird seit 50 Jahren gewartet. Keine Meldung wert sein dürfte die Information, dass Atomkraftwerk – planer, -hersteller, – betreiber und – genehmiger sich das alles anders vorgestellt hatten. Natürlich! Ursache und Wirkung.
Was Atomkraftfreunde zum Lächeln bringen dürfte ist der endlich vorhandene Erkenntnisgewinn: das statistisch belastbare Material, mit dem ab sofort gearbeitet werden kann. Was in den Laboren und Denkzentren nicht ermittelbar war, liefern die „Versuchsreihen im öffentlichen Raum“. Statistisch wissen wir jetzt, dass – laut Statistik – alle 25 Jahre ein Unfall stattfindet, der schlimmer ist als vorher vorstellbar und dass dafür keinerlei Vorkehrungen getroffen wurden.
Das heißt doch für unsere Wissenschaftler: jetzt ist die sicherste Zeit um AKWs zu betreiben. Denn die Wahrscheinlichkeit ist außergewöhnlich hoch, dass in den nächsten 20 Jahren nichts passiert. Dies liest man Heute noch nicht in den Medien, aber wir wissen: es kann sich nur um Wochen handeln, bis jemand gut bezahltes das schlagende Argument aufgreift und hinaustrompetet.
Und noch ein Erkenntnisgewinn: „Atomkraftgegener überwintern im Dunkeln und mit kaltem Hintern“ hieß es auf den frechen Aufklebern, die die Firma Siemens in Deutschland ihren Mitarbeitern nahe legte auf die Autos zu kleben. Heute wissen wir: die Atomkraftgegner überwintern nicht. Sie sitzen genau wie die Atomkraftliebhaber und all die Menschen die gar kein Verhältnis zu Atomkraft haben, in einer Welt die zunehmend strahlender wird. Für alle Lebewesen weltweit erhöht sich die radioaktive Belastung und von DER haben nun wirklich ALLE etwas – ungefragt und unbestellt. Wir sitzen auf einem gemeinsamen Globus. Letzteres ist allerdings auch nichts neues.
Erkenntnisgewinn macht Mut. Hat einen Geruch von echtem Fortschritt. Auf den wird besonders gewartet in diesem Energiefeld, wo Erkenntnisse sonst so selten sind. Weil nur gebetsmühlenartig Floskeln wiederholt werden. Fortschritt im Denken ermutigt zur Hoffnung, dass im Atomkraftbetrieb auch einmal der Müll als Thema aufscheint. Die „Thinktanks“ beten seit 50 Jahren, dass ihnen dazu dann schon irgendwann irgendwas einfallen wird – und eben das könnte ja mal passieren.
Bis dahin stimmen sowohl der gesunde Menschenverstand als auch die Wissenschaft überein: Eine Maschine, die etwas unerwünschtes und lebensbedrohliches erzeugt gehört sofort abgeschaltet.

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